Warum der Bär nicht zu dressieren ist

Einer meiner ehemaligen Kollegen hat sich nach seinem Studium ein Jahr Auszeit gegönnt und ist durch die USA gereist. Unter anderem hat er in dieser Zeit als Ranger in einem Nationalpark gearbeitet und von dort jede Menge Fotos und Videos von Bären mitgebracht. Beeindruckende Tiere. Sie können klettern, sind hervorragende Schwimmer und laufen bis zu 50 km/h schnell. Sie können den Inhalt von Konservendosen durch einen geschlossenen Kofferraum wittern und wer schon einmal gesehen hat, wie mühelos ein Bär die Heckscheibe eines Autos mit einer Tatze eindrückt, um an die besagten Konservendosen zu kommen, der ist mehr als beeindruckt. Kurz – sie sind perfekte Jäger und haben eigentlich – bis auf den Menschen – keine natürlichen Feinde. Und genau das ist der Grund, warum es in Zirkussen keine wirklichen Bärendressuren gibt.

Überlebenswichtig: Emotionen erkennen und nachempfinden

Als Menschen können wir etwas, was kein anderes Säugetier in dieser Weise kann: Wir haben eine ausgeprägte Fähigkeit zur Empathie. Uns ist es ohne große Mühe möglich, allein an der Mimik eines anderen Menschen abzulesen, wie dieser sich gerade fühlt. Laut dem Anthropologen Paul Ekman gibt es bei Menschen nur sieben „Basisemotionen“: Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung. Und genau diese Emotionen können Menschen auf der ganzen Welt bei anderen Menschen erkennen. Egal, welchen kulturellen oder sozialen Hintergrund sie haben. Ekmans Ergebnisse stehen zwar immer wieder in der Kritik, Fakt ist aber, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, die Mimik anderer Menschen zu lesen und – was noch wichtiger ist – nachzuempfinden. Denn natürlich bringt es nichts, wenn ich sehe, dass jemand wütend ist, aber nicht weiß, was das bedeutet. Dieses Nachempfinden übernehmen bei uns sogenannte Spiegelneuronen. In unserem Hirn wird die Emotion, die wir sehen verarbeitet und „gespiegelt“. So können wir beurteilen, ob unser Gegenüber uns als nächstes eher umarmt oder erwürgt. Emotionen zu erkennen und nachzuempfinden ist für uns überlebenswichtig. Nicht nur, weil wir erkennen können, ob wir als nächstes einem Angriff oder einer Umarmung ausgesetzt sind, sondern auch für unser soziales Zusammenleben. Die Fähigkeit zur Empathie garantiert den sozialen Frieden.

Auch über Grenzen hinweg

Über die Jahrtausende haben wir diese Fähigkeit so optimiert, dass wir nicht nur die Gefühle unserer Artgenossen lesen und nachempfinden können, sondern auch die anderer Säugetiere. Dauerhaft angelegte Ohren – ob nun beim Pferd, beim Hund oder der Katze – bedeuten immer eine negative Grundstimmung. Zähne zeigen – ob beim Löwen oder dem Flusspferd – ist eine passiv-aggressive Drohgebärde.

Und genau das bringt uns zum Bären zurück. Dompteure sind Spezialisten darin, Körpersprache und Mimik ihrer Tiere zu lesen. Sie wissen, was es bedeutet, wenn bei dem einen Löwen der Schwanz peitscht und beim anderen das linke Ohr zuckt. Sie können im besten Fall also jede Reaktion zumindest vorausahnen und sich darauf vorbereiten. Beim Bären aber hat es der Dompteur mit einem Tier zu tun, dass exakt dies nicht kann. Der Bär verfügt über so gut wie keine, oder nur minimale Körpersprache und Mimik. Denn: Er hat es nicht nötig, anderen zu drohen oder zu zeigen, dass er friedlich ist. Er ist in seinem Habitat die unumstrittene Nummer 1. Bären müssen weder die Ohren anlegen noch mit dem Schwanz wedeln. Sie ziehen auch nicht die Lefzen hoch und drohen, indem sie knurren. Sie geben allenfalls nur sehr schwache Hinweise auf ihr Innenleben und ihre Stimmung. Deshalb sind Bärenangriffe meist überraschend und nicht vorherzusehen. Sie kommen quasi aus dem Nichts. Das bedeutet: Für einen Dompteur ist ein Bär immer eine unbekannte Größe. Er ist ein nicht einzuschätzendes Risiko. Ein Risiko in Form eines Raubtiers mit einer Länge von über 2 Metern, bis zu 900 kg Gewicht.

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Warum der Bär nicht zu dressieren ist

Taktische Phrasen – kleines Wort und große Wirkung

In einem der vorherigen Einträge habe ich mich ja bereits darüber ausgelassen, dass Politiker eigentlich schon durch ihre Jobbeschreibung dazu gezwungen sind, bei ihren Äußerungen im Nebulösen zu verharren, da sogenannte „klare Ansagen“ sogar das Karriereende einläuten könnten. Denn, wer einmal „A“ gesagt hat, ohne, dass ein „B“ folgt, der findet sich in diesem Geschäft all zu schnell im Aus wieder. Also verwenden Politiker Phrasen, Floskeln, Versatzstücke. Alles halb so schlimm. Denn das tolle daran ist: Wir erkennen den größten Teil dieser Phrasen sofort und speichern sie als solche ab. Es gibt aber eine Steigerung der erkennbaren Phrase, die noch einen Schritt weitergeht und deshalb nur auf den zweiten Blick zu erkennen ist. Ich nenne sie: Die taktische Phrase. Eine Aussage, die so konkret scheint, dass sie von der Öffentlichkeit nicht mehr als Phrase wahrgenommen wird und genau deshalb verfängt.

Keine Alternative zu alternativlos

Vor ein paar Jahren wäre den Beratern von Angela Merkel fast ein kommunikatives Meisterstück gelungen. Sie entdeckten das schöne Wort „alternativlos“ für ihre Chefin. Und damit ein Wort, das optimal zur Kanzlerin passte. Denn eigentlich bedeutet „alternativlos“ nichts anderes als „Basta!“. Ja – genau das „Basta!“, mit dem ihr Amtsvorgänger Gerhard Schröder immer in Verbindung gebracht wurde. Aber verbales auf den Tisch hauen passt nicht zur Anmutung Merkels und einer Politik der eher leisen Töne. Da man aber eben doch ein „Basta!“ brauchte, wurde „alternativlos“ das Mittel der Wahl.

Dass es kein wirkliches Meisterstück wurde, liegt nach meiner Meinung einzig an der inflationären Verwendung dieses Wortes. Nicht nur Merkel, sondern auch der Rest der Regierung nahm es in den Sprachgebrauch auf. Und schon passierte das, was in so einem Fall nicht passieren darf: Das Wort wurde als das enttarnt, was es eigentlich ist – eine taktische Phrase. Denn natürlich hätte es etwa zur Griechenlandrettung – objektiv gesehen – eine Alternative gegeben. Nur wäre die nicht im Sinne der deutschen Regierung oder der EU gewesen. Korrekt hätte Merkel also sagen müssen: „Für mich (oder für die Bundesregierung) ist dieses Vorgehen alternativlos.“

Ein simpler Trick – den Gegner „cornern“

Aber genau das hätte der taktischen Phrase jede Wirkung entzogen. Die Technik, eine Phrase als Aussage zu tarnen, funktioniert nur dann – und das klingt etwas komisch – wenn man sie möglichst zuspitzt. Wenn ich also an die Stelle einer klaren Aussage ein sinnentleertes Wort setzen möchte, dass nur nach klarer Aussage klingt, darf ich es nicht verwässern. Jeder Zusatz wie „Ich denke,…“, „Ich glaube,…“ oder auch nur „für mich…“ lässt der Gegenpartei die Flanke offen, genau dort hineinzustoßen. Nur mit einer möglichst zugespitzten Formulierung erreiche ich, dass ich meinen Gegner in die Defensive dränge: Der Boxer sagt dazu „cornern“.

Spielen wir es einmal durch:

Version 1:

„Das ist für mich alternativlos.“

„Ja – aber auch nur für Sie.“

Version 2:

„Das ist alternativlos.“

„Nein. Ist es nicht.“

„Dann nennen Sie mir eine Alternative.“

 

Version 1 verschafft meinem Kontrahenten die bessere Position. Er kann mich mit einem Satz auskontern und ich bin gezwungen, darauf zu reagieren. In Version 2 habe ich die besseren Karten. Er kann nicht sofort gegenargumentieren, sondern muss eine zusätzliche Stufe einziehen. Er muss meine Äußerung als „Lüge“ identifizieren. Damit spielt er mir den Ball zu. Nun kann ich ihn auffordern, den Gegenbeweis anzutreten. Ich zwinge ihn also dazu, seine Argumente früher auf den Tisch zu legen, als er es eigentlich geplant hat. Ich drehe die Beweislast um und habe die Vorteile auf meiner Seite.

Aus Erfahrung nicht in Frage gestellt

Verlässt man den Elfenbeinturm der Politik und nimmt die taktische Phrase mit auf die Straße, hat sie eine ganz andere Wirkung, die man nicht unterschätzen sollte. Die Botschaft „alternativlos“ hat bis zu ihrer Enttarnung bei vielen Menschen erreicht, dass sie diese Aussage als quasi „gottgegeben“ hingenommen haben. Nicht etwa, weil sie treue CDU-Wähler waren, sondern weil uns unser Hirn ab und zu einen kleinen Streich spielt:

Unser Sprachverständnis basiert auf erlerntem und erfahrenem Wissen, das ständig erweitert und überprüft wird. Um Worte und ihre Bedeutung schneller identifizieren zu können, scannt unser Gehirn jede Äußerung nach Signalworten oder Signalwortteilen ab. Ist ein solches gefunden, kann das Wort schneller kategorisiert und verarbeitet werden.

Ein Beispiel:

„Das möchte ich nicht.“ ist eine klare Aussage, die wir schnell kategorisieren können, weil das Signalwort „nicht“ verwendet wird.

„Es wäre mir lieber, wenn wir das anders machen würden.“ hat exakt die gleiche Bedeutung, ist aber nicht nur länger, sondern auch wesentlich schwieriger zu kategorisieren. Es bedarf einer Nachfrage.

Natürlich ist es bei „alternativlos“ der Wortteil „-los“, der den Aussachlag gibt. Wie in „hilflos“ oder „sinnlos“ hat er eine negative Konnotation, die uns die eindeutige Nachricht sendet: Hier fehlt etwas. Entweder „Hilfe“ oder „Sinn“ oder eben eine „Alternative“. Und genau so wird dieses Wort erst einmal von uns abgespeichert. Nur durch aufmerksames Nachfragen und die daraus resultierende Enttarnung gelingt es dann auch, das Wort als das zu identifizieren, was es ist: Eine taktische Phrase.

Dass Frau Merkel ausgerechnet diese Phrase wenig später mit Macht auf die Füße gefallen ist, weil sich eine Partei gründete, die sich als Alternative versteht und seit dem mehr oder weniger geschmacklos für Aufsehen sorgt, ist das, was man wohl einen „Treppenwitz der Geschichte“ nennen kann.

Taktische Phrasen – kleines Wort und große Wirkung

Rundmails und Memos – die schlechte Alternative

Haben Sie das Memo nicht gelesen?“ oder „Das stand doch in der Rundmail.“ – Sätze, die so in deutschen Unternehmen an der Tagesordnung sind. Sätze, die beweisen, dass schriftliche Kommunikation in Unternehmen vor allem eines ist: die schlechte Alternative zum verbalen Austausch. Und dennoch werden sie jeden Tag x-mal verschickt. Gründe dafür gibt es viele. Beschäftigen wir uns aber erst einmal mit der Frage, was an Emails und Memos dieser Art so suboptimal ist.

Je fremder, desto genauer

Für jede Kommunikation – ob privat oder geschäftlich – gilt: Sie funktioniert in konzentrischen Kreisen. Vom innersten Kreis, also Personen, die den Sender so gut kennen, dass eine hochgezogene Augenbraue schon Bände spricht, bis zum äußersten Kreis, also Fremden. Setzten sich die Empfänger einer Botschaft aus verschiedenen Kreisen zusammen, dann sollte die Kommunikation immer nach dem Maximalprinzip funktionieren: Sie muss so gestaltet sein, dass der sie versteht, der am weitesten vom Thema entfernt ist. So weit die Theorie. In der Praxis sieht das aber manchmal ganz anders aus. Machen Sie den Selbstversuch:

Stellen Sie sich vor, Sie müssen eine Email an zehn Personen schreiben. Zwei dieser Personen gehören zu Ihrem engsten Freundeskreis, die anderen acht kennen Sie eigentlich nur vom Sehen. In der Mail schildern Sie, wie Sie Ihr Wohnzimmer umgestaltet haben. Sie müssten Ihre Email also nach dem Maximalprinzip so formulieren. Eben so, dass die acht Unbekannten sich angesprochen fühlen und sich alles genau vorstellen können. Die Email wäre in der „Sie-Form“ gehalten und sie würden das Wohnzimmer genau beschreiben, da die Fremden ja noch nie bei Ihnen zu Hause waren. Diese Kommunikation ginge an ihren beiden Freunden aber komplett vorbei. Sie verlieren 20% der Adressaten. Das macht wenig Sinn. Also würden Sie wohl folgendes tun: Sie würden zwei Mails schreiben. Eine an die Freunde und eine an die Fremden.

Wann haben Sie aber das letzte Mal von einem Memo oder einer Rundmail gehört, das/die es in solchen verschiedenen Ausfertigungen gibt? Für die mittlere Managementebene, für die Abteilungsleiter, für die Mitarbeiter…

Das ökonomische Minimalprinzip

In den meisten Fällen gibt es eben nur ein Memo, eine Rundmail. Und diese sind nicht etwa für die Adressaten formuliert, die am weitesten von der Thematik entfernt sind, sondern eher so eine Art Mischform. Bei gewissen Dingen geht man ins Detail, über andere geht man hinweg. Die Gründe dafür sind klar:

Zum einen gibt es Dinge, die einer Geheimhaltung unterliegen und die man nicht jedem Mitarbeiter mitteilen kann oder sollte. Zum anderen vollführt man unterbewusst den Drahtseilakt zwischen der Kommunikation im engsten und der im weitesten Kreis. Und drittens scheint es ökonomisch vollkommen unsinnig, ein und dasselbe Thema drei oder vier Mal in verschiedener Weise zu formulieren. Also geht die Rundmail / das Memo in einer Form raus, die für keinen der Empfänger wirklich ideal ist, sondern eigentlich nur für den Sender. Und Kommunikation, die sender- und nicht empfängergerichtet ist, ist keine Kommunikation.

Die Frage müsste also nicht heißen: „Haben Sie das Memo nicht gelesen?“ sondern „Haben Sie das Memo nicht verstanden?“ Doch wer fragt schon so etwas?

Direkt und verbal

Die ideale Lösung ist – wie sollte es anders sein – das persönliche Gespräch, das von einem Memo in verschiedenen Ausfertigungen gestützt wird. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass der Vorstand alle 350 Mitarbeiter einzeln brieft. Der Vorstand brieft das mittlere Management und dieses – je nach Unternehmensgröße – die Abteilungsleiter oder Mitarbeiter. Natürlich muss – allein schon aus rechtlichen Gründen – etwas Schriftliches vorliegen. Aber eben nur als flankierende und nicht als Hauptmaßnahme.

Das stellt aber gerade für die Führungsebene eines Unternehmens eine gewisse Herausforderung dar. Denn Rundmails oder Memos werden vor allem dann eingesetzt, wenn sie eher negativen Inhalt haben. Und dann sind sie kein Kommunikationsmittel sondern Teil einer klassischen Konfrontationsvermeidung. Denn natürlich ist der schriftliche Weg wesentlich angenehmer als die persönliche Auseinandersetzung. Aber genau in solchen Momenten muss das Management über den eigenen Schatten springen und diesen unangenehmen aber wichtigen Schritt tun.

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Rundmails und Memos – die schlechte Alternative

Wohin mit den Händen? – Tipps zur freien Rede

Eben noch waren sie unverzichtbare Alltagswerkzeuge und plötzlich sind sie überflüssige Körperanhängsel, die rechts und links an den Seiten herunterbaumeln. Dankbar greift man nach einem Mikrofon, der Fernbedienung des Beamers oder hält sich an einem Stehtisch fest. Wohl jeder hat sich schon gefragt, warum wir bei Vorträgen und Auftritten vor Publikum unsere oberen Gliedmaßen plötzlich also so störend empfinden und – noch viel wichtiger – was wir dagegen tun können.

Nur nicht auffallen

Die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ hat zwei Teile: Zum einen ist ein Auftritt vor einer Menge immer eine Ausnahme- und Stresssituation. Wir sind schutzlos einer größeren Menge ausgeliefert. In diesem Moment schaltet unser System in den „Nur-nicht-auffallen“-Modus und identifiziert jede Geste als überflüssig und störend. Also lassen wir die Arme baumeln. Und genau das läuft den Kommunikationszentren unseres Gehirns entgegen. Diese „wissen“ natürlich, dass Gestik unbedingt zum Sprechen gehört und senden die Botschaft: „Hey! Deine Arme hängen nutzlos an der Seite runter!“ Was also in diesem Moment stattfindet ist eine Art Wettkampf zwischen unserem „Fluchttrieb“ und unserem Intellekt. Zum anderen ist Gestik in einem „normalen“ Gespräch immer zielgerichtet. Der Idealfall ist ein Zuhörer, auf den wir sie abstimmen. Je mehr Menschen uns zuhören und beobachten, desto schwieriger ist es natürlich, dies zu tun. Wir sind schlichtweg ein bisschen überfordert.

Bei sich selbst bleiben – manchmal auch unkonventionell sein

Allen Tipps und Hinweisen, die nun folgen, liegt ein zentraler Gedanke zugrunde: Unser Körper, unser gesamtes System, benötigt in der genannten Ausnahmesituation eine erhöhte Energiemenge für den Vortrag oder die Rede. Da wir aber nur 100% Energie haben, müssen wir dafür sorgen, dass wir möglichst wenig Energie in Dinge stecken, die von dieser Hauptaufgabe ablenken. So gelingt es, den Fokus auf das Wesentliche zu richten.

Die Kleidung:

Wer den Alltag mit Jeans und Hemd bestreitet, sollte sich evtl. nicht ausgerechnet in einer solchen Situation auch noch in Anzug und Krawatte zwängen. Ich weiß, dass dieser Tipp gerne die Freunde der Konvention auf den Plan ruft, aber es bedeutet ja nicht, in Jeans und Turnschuhen aufzutreten, sondern einfach Kleidung zu wählen, in der man sich wohl fühlt, die aber immer noch „vorzeigbar“ ist. Außerdem ist ein guter Vortrag in schlechten Klamotten immer besser als ein schlechter Vortrag in guten.

Die Präsentation:

Wenn man es nicht gewöhnt ist, eine Power-Point-Präsentation zu bedienen, weil man sie im Normalfall nicht braucht, sollte man evtl. darüber nachdenken, ob es wirklich Sinn macht, sie einzusetzen. Wieder ein Bruch mit Konventionen. Aber evtl. reichen schon ein paar Slides, um die wirklich wichtigsten Punkte aufzuzeigen?

auswendig oder abgelesen?

Auch hier gilt: Wer sich besser fühlt, wenn er Fließtext abliest, soll dies tun. Wer sich nur mit Stichpunkten sicherer fühlt, sollte diese wählen. Nirgends steht geschrieben, dass ein Vortrag oder eine Rede frei gehalten oder abgelesen werden muss.

Sitzen, stehen, spazieren gehen

Wenn Sie sich im Sitzen besser fühlen, lassen Sie sich einen Barhocker auf die Bühne stellen, wenn sie lieber herumlaufen, dann tun Sie das. Hätten Sie gerne ein Stehpult, sollte eines für Sie bereitstehen.

Machen wir es kurz: Ändern Sie nichts an Ihren Gewohnheiten. Natürlich gibt es Veranstalter, die die Stirn runzeln: „Das machen wir eigentlich nicht.“ oder „Alle unsere Redner nutzen das Rednerpult.“ Brechen Sie einfach mit diesen Konventionen. Schließlich ist ein gelungener Auftritt im Sinne der Veranstalter.

Keine einstudierten Gesten

Zum Schluss noch etwas zum Thema „Gestik“. Einer der besten, wenn nicht sogar der beste Redner der internationalen Politik, war und ist in meinen Augen Barack Obama. Seine Kunst besteht vor allem darin, einstudierte Gestik, Mimik und Körpersprache wie seine eigene aussehen zu lassen. Jeder erhobene Zeigefinger, jede Drehung des Kopfes, jedes nach vorne Neigen wirkt bei ihm natürlich. Nicht gewollt. Nicht einstudiert. Dass sie aber einstudiert sind, lässt sich schön nachweisen, würde aber zu weit führen und folgt später mal als eigenes Thema.

Da wir nicht alle über dieses Talent verfügen, bekommen wir vor Reden und Vorträgen immer wieder gute „Tipps“ von Mitarbeitern oder Freunden oder lesen in Büchern nach, wie man Körpersprache richtig einsetzt. Meiner Meinung nach ist das alles verschwendete Zeit. Wenn man bei öffentlichen Auftritten bei sich ist und in sich ruht, benötigt man keine einstudierte Gestik Das Fatale an ihnen ist: Egal wie oft man sie geübt hat, von den Zuschauern wird sie sofort als künstlich und damit „unecht“ identifiziert. Das liegt daran, dass natürliche Gesten im Normalfall entweder zeitgleich mit oder minimal zeitversetzt vor dem gesprochenen Wort erfolgen (Ausnahmen wie Kunstpausen gibt es immer). Erlernte Gestik aber erfolgt minimal nach dem gesprochenen Wort. Denn schließlich muss sie erst aktiv ausgelöst werden. Dieser Zeitversatz wirkt unsicher und gekünstelt.

Wenn Sie also nicht der Typ für große Gesten sind, verzichten Sie auch bei Ihrem nächsten Vortrag darauf.

Sollte jemand bezweifeln, dass einstudierte Gestik nicht das Gelbe vom Ei ist, der darf mal überlegen, ob er jemals die „Merkel-Raute“ mit dem in Verbindung gebracht hat, was sie darstellen soll: „Brücken und Nachbarschaft“…

Wohin mit den Händen? – Tipps zur freien Rede

Verschränkte Arme heißen noch gar nichts

„…oder sehen Sie das anders, Herr Beyer?“ Mit diesem Satz lieferte die Grundschullehrerin eines meiner Kinder vor ein paar Jahren ungewollt die Idealvorlage für ein Thema, dass mir in der Praxis immer wieder begegnet. Denn die die gute Frau, deren Leistung als Lehrerin ich an dieser Stelle ausdrücklich loben will, stand in diesem Moment stellvertretend für unzählbar viele andere Menschen, die Körpersprache fehlinterpretieren, bzw. sie nicht in ihrem vollen Umfang deuten. Das ist im Normalfall nicht weiter tragisch, kann aber vereinzelt auch wirklich ernste Konsequenzen haben.

Grundkurs im Wartezimmer

Die Nachfrage der Lehrerin basierte in diesem Fall darauf, dass ich während unseres Gesprächs die Arme unbewusst vor der Brust verschränkte. Und genau diese Geste löst bei vielen Menschen eine Art Automatismus aus. Irgendwo haben sie mal gelesen, dass verschränkte Arme vor der Brust Ablehnung symbolisieren. Jemand, der dir so gegenübersitzt, wehrt sich innerlich gegen das, was du sagst, will es aber aus bestimmten Gründen nicht äußern.

Um es kurz zu machen: Das ist falsch, beziehungsweise zu einfach. Solche Tipps findet man häufiger in Magazinen und Zeitschriften, die in den Wartezimmern dieser Republik bei Ärzten ausliegen. Sie thematisieren das Umtopfen von Pflanzen, die schönste Herbstdeko und die Frage, welches It-Girl auf welchem Event welches Kleid getragen hat…und greifen – wenn sonst keine Themen mehr anstehen und das Heft voll werden muss – eben auch in die Archivkiste und lancieren dann Artikel mit Titeln wie „Was die Körpersprache über ihren Partner verrät“ oder „Hat er eine andere? Sein Körper verrät es Ihnen.“

Körpersprache – das komplexe System

Zur Ehrenrettung der Lehrerin: Meine verschränkten Arme hätten durchaus ein Zeichen für Ablehnung sein können. Sicherlich. Waren sie aber in diesem Fall nicht. Ich wusste im Gespräch einfach nicht, wohin ich meine Arme packen sollte und wollte mich bequem hinsetzen, sofern das auf einem Stuhl für Grundschüler möglich ist. In Ermangelung eines Tisches, habe ich die Arme also vor der Brust verschränkt. Und das war’s auch schon. Mein Kinn war gehoben, meine Augen offen. Meine Beinstellung war entspannt und meiner Körperspannung quasi nicht vorhanden. Hätte mein Gegenüber das alles mit in Betracht gezogen, dann wäre ihr die Frage nach einer etwaigen Ablehnung gar nicht in den Sinn gekommen.

Körpersprache funktioniert nie über ein Signal, sondern ist eine Bündelung vieler Einzelsignale, die aus großen Gesten, wie etwa dem Verschränken der Arme, statischen Signalen, wie der Körperhaltung und Mikroausdrücken, wie etwa dem leichten Zuneigen des Kopfes zusammensetzt. Das alles muss bei einer Beurteilung oder einer Bewertung in die Überlegung mit einbezogen werden. Für die Körpersprache sind die Umgebung und die Situation, in der sie sich äußert, von entscheidender Bedeutung.

Das „Von-Außen-nach-Innen-Prinzip“

Dieses komplexe Geflecht aus einer Vielzahl an Botschaften lässt sich am ehesten nach einem Prinzip einordnen, dass ich gerne das „Von-Außen-nach-Innen-Prinzip“ nenne: Das bedeutet, dass es dem Menschen nur zu einem Bruchteil möglich ist, seiner Körpersprache komplett im Griff zu haben. Das schaffen eigentlich nur Ausnahmeschauspieler. Wenn ich also wirklich die Körpersprache eines Menschen lesen möchte, arbeite ich mich von außen nach innen durch. Am ehesten lassen sich große Gesten steuern. Also achte ich darauf, wie Hände und Arme zum Einsatz kommen und sehe dann, ob diese Gestik mit der Körperhaltung, der Kopfhaltung, oder den Beinen korrespondiert. Dasselbe tue ich dann mit der Mimik meines Gegenübers. Wenn sich Diskrepanzen ergeben, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass die großen Gesten nicht das widergegeben haben, was der Mensch eigentlich fühlt und denkt. Ich sage absichtlich: Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch. Eine 100%ige Gewissheit gibt es beim Beurteilen der Körpersprache nie. Dafür ist sie viel zu komplex.

Es kann auch Folgen haben

Nun war die Situation bei der Grundschullehrerin nicht wirklich kriegsentscheidend. Sie ist eher eine nette Anekdote, um das Thema aufzugreifen. Aber nehmen wir mal an, die Lehrerin wäre keine Lehrerin gewesen und ich kein Vater. Sondern wir legen diese Situation in ein Vorstellungsgespräch um. Da wird es dann etwas schwieriger: Die Personalchefin sieht, dass der Bewerber die Arme verschränkt und deutet daraus Abneigung, weil sie das mal irgendwo gelesen oder gehört hat. Und schon verliert, überspitzt formuliert, ein Unternehmen einen evtl. idealen Kandidaten für einen Job. Deshalb an dieser Stelle immer mein Tipp: Schaffen Sie in Personal- oder Einstellungsgesprächen immer eine Gesprächsatmosphäre, die für den Menschen auf der anderen Seite des Tisches angenehm ist. Das heißt nicht, einen Teller mit Keksen auf den Tisch zu stellen oder einen schönen Blumenschmuck. Es geht darum, dem Gegenüber im wahrsten Sinne des Wortes „Raum zu geben“:

 

Bei Vorstellungsgesprächen:

Es sollte ein Tisch vorhanden sein, auf dem die Hände abgelegt werden können

Sie sollten freien Blick auf den Körper des Bewerbers haben

Sitzen Sie sich gegenüber, nicht seitlich versetzt.

Führen Sie keine Gespräche am Schreibtisch, auch wenn er noch so groß ist

 

Bei Personalgesprächen:

Keine Gespräche im Büro des Chefs / der Chefin

Lassen Sie den Mitarbeiter den Tageszeitpunkt mitbestimmen

Sie müssen eine klare Vorstellung vom Gesprächsergebnis haben

 

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Verschränkte Arme heißen noch gar nichts

Schon mal ein heiseres Baby gesehen – Teil 2?

Jetzt ist also klar, warum Babys nicht heiser werden, selbst wenn sie stundenlang aus Leibeskräften schreien. Dennoch steht weiterhin die Frage im Raum, warum wir dann nicht alle bei der Atmung bleiben, auf die unser Organismus ja scheinbar viel besser ausgelegt ist? Die Lösung liegt – wie sollte es anders sein – in einer weiteren Eigenart der Evolution: Der Tatsache, dass der menschliche Körper immer danach strebt, so ökonomisch wie möglich zu arbeiten.

Mit dem Spracherwerb kommt die Umstellung

Egal, welche Note Sie in Mathematik hatten: Sie sind ein Meister des Umrechnens. Denn Sie können innerhalb von Millisekunden Volumen und Zeit ins Verhältnis setzen und auf eine Idealformel herunter kürzen. Zu abstrakt? Machen wir es plastischer: Jedesmal, wenn Sie beim Sprechen einatmen, berechnen Sie ungefähr, wie viel Luft sie brauchen werden, um den geplanten Satz ohne Atemnot zu beenden. Ein hochkomplexer Vorgang, den Sie innerhalb eines Wimpernschlags absolvieren. Glückwunsch.

Bei Kleinkindern beginnt das mit dem Erwerb der Sprachfähigkeit. Plötzlich stellen sie fest: Keine Luft mehr in der Lunge, aber der Satz ist noch nicht beendet. Also startet hier der Lernprozess, an dessen Ende sie fast perfekt einschätzen können, wie viel Luft sie wirklich zum Sprechen brauchen. Das ist übrigens die Phase, in der Kleinkinder beim Sprechen immer so gehetzt klingen: „Der…(Atmen)….Marlon… (Atmen)…hat… (Atmen)…gesagt…“ Sie sind nicht außer Atem, sie stellen gerade die Atemtechnik um.

Dass diese Technik auch im Erwachsenenalter nicht immer reibungslos funktioniert, merken wir immer dann, wenn wir einen Satz während des Sprechens verlängern, weil uns gerade noch was eingefallen ist. Dann fehlt am Ende die Luft und wir müssen entweder ungeplant eine Sprechpause machen und Luft holen oder drücken das letzte Bisschen Luft zum Satzende aus uns heraus.

Wer sollte richtig atmen?

Das klingt natürlich alles viel dramatischer als es ist. Denn im Alltag, in der täglichen Unterhaltung mit Familie, Freunden und Kollegen ist aktive Atmung definitiv weder störend noch strapazierend. Alle aber, die ihre Stimme oft brauchen, die vor Gruppen sprechen, Vorträge halten – all die sollten sich eventuell mal nach einer Möglichkeit der Stimmschulung umhören. Alle professionellen Sänger, Schauspieler oder Sprecher beherrschen diese Bauchatmung. Denn sie hat, neben der Schonung der Stimmbänder noch weitere Vorteile:

Die Stimme „sitzt“ besser und wackelt nicht, selbst wenn man nervös ist. Man hört kein Atemgeräusch und – kleiner Nebeneffekt – man kann mit der richtigen Atmung Schluckauf besiegen. Innerhalb von wenigen Minuten. Es spricht also einiges dafür, sich diese Technik, die wir alle früher beherrscht haben, wieder anzueignen.

Ein kleiner Tipp noch zum Schluss:

Räuspern ist ebenso Gift für die Stimme. Das raue Gefühl entsteht, wenn sich auf der Schleimschicht der Stimmbänder kleinere „Schleimbatzen“ ablagern. Beim Räuspern werden die Stimmbänder kurz und heftig in Vibration versetzt. Zwar schüttelt man damit diese „Batzen“ ab, aber eben auch den Rest der Schleimschicht.

Die bessere Alternative ist – so blöd es klingen mag – Summen. Beginnen Sie mit dem höchsten Ton, den sie erzeugen können und summen Sie sich hinunter bis zum tiefsten. Dadurch werden die Stimmbänder zunächst gespannt und dann gelockert, wo bei sie die ganze Zeit leicht vibrieren. Diese Technik schüttelt nur die „Batzen“ ab, lässt aber die Schleimschicht intakt.

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Schon mal ein heiseres Baby gesehen – Teil 2?

Schon mal ein heiseres Baby gesehen – Teil 1?

Wahrscheinlich müssen Sie lange überlegen und noch wahrscheinlicher ist, dass Sie sich nicht erinnern können. Was weniger an Ihrem Gedächtnis liegt, sondern viel mehr daran, dass heisere Babys extrem selten sind.* Das ist umso ungewöhnlicher, als dass Babys durchaus im Stande sind, regelmäßig und über lange Zeiträume aus Leibeskräften zu schreien. Machen Sie doch einfach mal den Selbstversuch: Legen Sie sich ins Bett und schreien Sie, was die Lungen hergeben. Wenn die Polizei, die von Ihrem Nachbarn gerufen wurde, Sie nicht unterbricht, stehen die Wetten relativ gut, dass Ihre besten Freunde der nächsten Tage Salbeitee und Flüstern sind. Warum aber ist das bei Babys nicht so?

Überlebenswichtige Laustärke

Das Thema „Evolution“ wird hier immer wieder vorkommen, was daran liegt, dass unsere gesamte Kommunikation viele Überbleibsel aufweist, die aus längst vergangenen Zeiten kommen. Und genau das gilt auch für Babyschreien. In einer Zeit, in der nicht jedes wohlige Seufzen aus dem Kinderzimmer direkt auf das Smartphone übertragen wurde, war Schreien für Neugeborene überlebenswichtig. Dies ist die einzige Möglichkeit für Babys, sich verbal mitzuteilen. Und das tun sie, je nach Anlass mehr oder weniger intensiv und – wenn es sein muss – auch über lange Strecken. Ein heiseres Baby kann nicht um Hilfe rufen.

Wie machen die das?

Das Geheimnis, das dahinter steckt, liegt in der Atemtechnik der Säuglinge. Als Neugeborene verwenden wir die sogenannte „Zwerchfellatmung“ oder „Bauchatmung“. Ich nenne sie auch gerne „passive Atmung“. Denn dabei strömt die Atemluft, im Gegensatz zum aktiven Luftholen, wie von selbst in den Körper und füllt die Lungen.

Dreh und Angelpunkt dieser Technik ist etwas, was man später meistens nur mit Schluckauf in Verbindung bringt: Das Zwerchfell. Diese „Platte“ aus Muskeln und Knorpeln liegt unter der Lunge und trennt den Bauch- vom Brustraum. Beim Leeren der Lunge wird diese kleiner und zieht sich zusammen – das Zwerchfell wandert mit nach oben. Ist die Lunge leer, holt das Baby nicht aktiv Luft, sondern es passiert innerhalb von Millisekunden folgendes: Der Rachen und der Kehldeckel werden maximal geöffnet und die Stimmbänder zur Seite gedrückt. Das Zwerchfell „schnalzt“ nach unten und erzeugt so in der Lunge einen Unterdruck. Wie bei einem Blasebalg wird die Luft eingesogen.

Technik – nicht nur für Profis

Dieser Ablauf, dieses Aufeinanderfolgen von verschiedenen Mechanismen, die ineinandergreifen, nötigt einem nicht nur ob seiner Komplexität Respekt ab, sondern sorgt eben auch dafür, dass der hochempfindliche Bereich in unserem Kehlkopf, der für die Schallerzeugung zuständig ist (Stimmritze, Stimmbänder), bestmöglich geschützt wird. Beim passiven Atmen werden die Stimmbänder wie beschrieben fast schon sanft auf die Seite gedrückt und der Lufteinlass wird auf ein Optimum vergrößert. Sozusagen genau das Gegenteil passiert beim aktiven Luftholen. Und das ist genau die Technik, die „Otto-Normal-Verbraucher“ verwendet. Hier werden diese Automatismen übersprungen. Normalerweise sind Stimmbänder durch eine Schleimschicht geschützt. Beim aktiven Atmen, beim Schnappen nach Luft, werden die Stimmbänder eben nicht auf die Seite geräumt, sondern die Luft fließt direkt an ihnen vorbei. Versuchen Sie es jetzt selbst und atmen Sie tief ein. Das kühle Gefühl im Rachen ist genau dieser Luftstrom. Beim passiven Atmen fühlen Sie den nicht. Dort, wo die schützende Schleimschicht nicht ganz intakt ist, werden die Stimmbänder von der Luft angegriffen und aufgeraut. Raue Stimmbänder = Heisere Stimme.

Aber warum stellen wir dann auf aktive Atmung um? Und wann? Das klärt sich in Teil 2

 *= Natürlich gibt es auch heisere Babys. Allerdings ist diese Heiserkeit meistens auf einen Infekt oder eine Krankheit zurückzuführen.

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Schon mal ein heiseres Baby gesehen – Teil 1?